Pazo de Oca, A Estrada

Die Kamelienroute

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Eine Reise der Sinne durch die historischen Gärten Galiciens


„Durch das immergrüne Laub, / das seltsame Geräusche von sich gibt, / und inmitten eines Meeres aus wogendem Grün, / die liebenswerte Wohnstätte der Vögel …“.Diese Verse von Rosalía de Castro aus ihrem Gedicht An den Ufern des Sar erhellen die tiefe Verbindung zwischen Galicien und der Kamelie – einer Blume, die zu einem der wichtigsten Symbole dieser Region geworden ist. Das feuchte Klima im Nordwesten Spaniens, die milden Temperaturen und die fruchtbaren Böden bieten die perfekten Bedingungen, damit diese Blumen die historischen Gärten, jahrhundertealten Herrenhäuser und atlantische Landschaften mit Farbe erfüllen. Kommen Sie mit, wir stellen sie Ihnen vor.

Die aus Asien stammende Kamelie gelangte Ende des 18. Jahrhunderts über die Überseehandelswege nach Galicien. Schon sehr bald wurde sie in den Gärten der „Pazos“, den traditionellen Landsitzen Galiciens, gezüchtet. Von dort aus breitete sie sich auf die Parks und öffentliche Plätze aus, bis sie zum stolzen Wahrzeichen Galiciens wurde. Heute wachsen dort etwa 8.000 Sorten.Auf der Kamelienroute können Sie 13 spektakuläre, für Besucher zugängliche Landsitze und Gärten in den Provinzen A Coruña und Pontevedra entdecken. Ein botanischer und kultureller Rundgang, den Sie ganz nach Ihrem eigenen Tempo gestalten können, indem Sie die Orte auswählen, die Sie am meisten interessieren.

Kamelien

Am besten planen Sie mindestens eine Woche für diese Route ein und legen Zwischenstopps in Santiago de Compostela, Vilagarcía de Arousa und Vigo ein. Sie können in den Parador-Hotels übernachten, die sich entlang der Route in Santiago, Cambados und Pontevedra befinden, oder sich für eines der zahlreichen reizvollen Landhäuser in der Umgebung entscheiden.Um Ihnen die Planung zu erleichtern, schlagen wir Ihnen im Folgenden drei Routen vor, die jeweils etwa vier Tage dauern. Sie können die Option auswählen, die Ihren Bedürfnissen am besten entspricht, oder mehrere Optionen miteinander kombinieren, um ein noch umfassenderes Erlebnis zu genießen.Wie auch immer Ihre Wahl ausfallen mag: Freuen Sie sich darauf, zwischen Blumen spazieren zu gehen, die elegante Architektur der galicischen Herrenhäuser zu entdecken und die für ihre Qualität bekannte regionale Küche zu genießen.

Route 1. Von Santiago de Compostela nach Cambados: Ende des Jakobswegs, Beginn der Route

Die Hauptstadt Galiciens, das Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg, ist der wichtigste Orientierungspunkt auf der Kamelienroute. In der Stadt selbst und ihrer Umgebung finden Sie Parks und Gärten, die die Kultur erkennen lassen, die sich um diese Pflanze herum entwickelt hat. Dazu gehört auch der Landsitz Pazo de San Lorenzo, wo Sie Kamelien und mehr als 300 Pflanzenarten bewundern können.Entdecken Sie außerdem die Alameda und den angrenzenden Eichenhain von Santa Susana mit etwa 300 Jahre alten Bäumen. Von dort aus genießen Sie einen der schönsten Panoramablicke auf die Altstadt mit der Plaza del Obradoiro und der berühmten Kathedrale von Santiago de Compostela.Etwas außerhalb der galicischen Hauptstadt, in der Gemeinde Vedra, befindet sich der Landsitz Pazo de Santa Cruz de Ribadulla (oder Pazo de Ortigueira). In seinen Gärten können Sie gemächlich auf Wegen schlendern, die von riesigen japanischen Kamelien gesäumt sind, wie beispielsweise auf der Carrera de las Novias.

Links: Pazo de San Lorenzo. Rechts: Pazo de Santa Cruz de Ribadulla

Ganz in der Nähe, in A Estrada, befindet sich der Landsitz Pazo de Oca, der auch als „galicisches Versailles“ bekannt ist. In seinem barocken Garten wird sie der malerische Teich verzaubern, auf dessen Oberfläche sich Ende des Winters die ersten Kamelien spiegeln.Nachdem Sie mindestens zwei Tage in Santiago und Umgebung verbracht haben, führt die Reise weiter durch die Rías Baixas an der Küste der Provinz Pontevedra. Der erste Landsitz, auf den Sie hier stoßen, ist der Pazo de Rubiáns in Vilagarcía de Arousa. Spazieren Sie über dieses Anwesen zwischen Weinbergen und Tausenden von Blumen, von denen einige aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, und bewundern Sie seine riesigen Eukalyptusbäume.

Links: Pazo de Rubiáns in Vilagarcía de Arousa. Rechts: Pazo de Oca, A Estrada

Am letzten Tag erreichen Sie Cambados, wo sich der imposante Landsitz Pazo de Fefiñáns mit seinem Weinkeller befindet, über den wir Ihnen später noch berichten werden.Das dürfen Sie nicht verpassen ... das Nachtleben von Santiago, in denen Studentenstimmung und eine lebendige kulturelle Atmosphäre herrscht.

Route 2. Von Cambados nach Soutomaior: zwischen Kamelien und Weinkellern

Der Wohlstand, den die Tausenden von Weinbergen in dieser Gegend hervorbrachten, erklärt die große Zahl und Pracht der Landsitze mit ihren weitläufigen, blumenreichen Gärten. Hier durchqueren Sie ein Gebiet, das von ausgedehnten Meeresarmen (den Rías) durchzogen wird, die sich viele Kilometer weit ins Landesinnere erstrecken. Und an den Hängen dieser Berge sehen Sie die Weinstöcke mit Albariño-Trauben, aus denen die Weine der Ursprungsbezeichnung Rías Baixas gekeltert werden. Zwischen den Weinstöcken rund um die Weinkeller sorgen prächtige Kamelien für Farbtupfer.Zu den beeindruckendsten Weinkellern der Region zählt aufgrund seiner Größe und Architektur der im Pazo de Fefiñáns gelegene Weinkeller, mitten in der Altstadt von Cambados. Innerhalb seiner Mauern beherbergt das Anwesen einen historischen Weingarten und den „Zauberwald“, in dem sich ein aus Buchsbaumhecken geformtes Gewölbe befindet, das von Dutzenden einheimischer Bäume umgeben ist.

Nachdem Sie Vilagarcía de Arousa und den Pazo de Rubiáns besucht haben, erwartet Sie der Pazo Quinteiro da Cruz. Probieren Sie doch einmal diesen exklusiven Tee aus den Blättern der Camellia sinensis, einer der über 1.000 Arten, die auf dem Anwesen angebaut werden. Außerdem stehen dort Weinstöcke, aus denen die Eigentümerfamilie ihre geschätzten Weine herstellt.Besuchen Sie am nächsten Tag den Landsitz A Saleta im Gemeindegebiet von Meis. Dort werden Sie ein authentisches Bauernhaus im galicischen Stil vorfinden, umgeben von Bäumen verschiedener Arten und mit einem reizvollen Garten im englischen Stil. Anschließend geht es weiter bis nach Pontevedra, wobei Sie einen Zwischenstopp im malerischen Fischerdorf Combarroeinlegen.Am Ende dieser Route erwartet Sie die Burg von Soutomaior, eine ehemalige Verteidigungsfestung, die von einem gepflegten botanischen Garten umgeben ist und von der Internationalen Kameliengesellschaft als „Garten von internationaler Exzellenz“ ausgezeichnet wurde.

Links: Pazo Quinteiro da Cruz © Turismo de Galicia. Rechts: Burg von Soutomaior © Rías Baixas

Das dürfen Sie nicht verpassen … eine Thermalbehandlung auf der Insel La Toja (A Toxa). Am besten nach einer Bootsfahrt auf dem Meeresarm Ría de Arousa, die im Hafen von O Grove startet.

Route 3. Von Padrón nach Soutomaior: Landschaftsgestaltung und einzigartige Blumen

Die Parks und Gärten von Padrón zeichnen sich durch ihre landschaftliche Schönheit aus. Überzeugen Sie sich selbst im Botanisch-Künstlerischen Garten dieser Ortschaft, wo es neben einer Vielzahl von Kamelien auch ein Exemplar eines Roten Mammutbaums sowie weitere 300 Pflanzenarten gibt.In diesem Ort befindet sich auch das Museumshaus von Rosalía de Castro, einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen der galicischen Literatur. Im Garten Ihres Wohnhauses können Sie die Kamelien bewundern, die nach ihrem Tod gepflanzt wurden und deren Schönheit dem von dieser Autorin geschaffenen poetischen Universum in nichts nachsteht.Widmen Sie die nächsten zwei Tage den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten und Grünanlagen in Santiago und den umliegenden Ortschaften, darunter die bereits erwähnten Gärten der Landsitze Pazo de San Lorenzo, Pazo de Santa Cruz de Ribadulla (Ortigueira) und Pazo de Oca.

Links: Museumshaus von Rosalía de Castro © Turismo de Galicia. Rechts: Blick auf die Ortschaft Padrón.

Anschließend führt die Reise weiter in die Rías Baixas, vorbei an Vilagarcía de Arousa und dem dortigen Pazo de Rubiáns, bevor Sie das Anwesen A Saleta erreichen. Etwas weiter in Richtung Pontevedra befindet sich der Landsitz Pazo de Lourizán, ein majestätisches Gebäude im modernistischen Stil. Bei einem Besuch in diesem Park werden Sie Hunderte von Kamelien zwischen in den Fels gehauenen Grotten und Springbrunnen entdecken.In der Nähe von Vigo, fast am Ende der Route, sollten Sie das Pazo-Museum Quiñones de León und dessen Park im französischen Stil besuchen. Dort trotzt ein monumentales Kamelienexemplar dem Lauf der Zeit: eine Pflanze, die aufgrund ihrer Langlebigkeit auch als „Methusalem“ bekannt ist, denn Sie wurde gegen 1860 gepflanzt.

Links: Pazo de Lourizán. Rechts: Pazo-Museum Quiñones de León

Genau wie bei der vorherigen Route bildet die Burg von Soutomaior den krönenden Abschluss, denn dort können Sie mehr als 500 Kamelien und 25 verschiedenen Arten bewundern.Das dürfen Sie nicht verpassen  die regionalen Gerichte, zu denen beispielsweise die köstlichen Venusmuscheln aus Carril sowie eine große Auswahl an Meeresfrüchten gehören, darunter die berühmte Krake „Pulpo a feira“.

Tipps und Empfehlungen

Ein Bonus. Der Zug „Tren de la Camelia en Flor“: Schönheit und Komfort auf Schienen

Jedes Jahr, wenn diese Pflanzenart ihre größte Pracht entfaltet, stellt Renfe den Touristenzug Route der Kamelienblüten zur Verfügung. Dies ist eine bequeme Art, einige der interessantesten Orte der Route zu erreichen. Die Fahrten finden an mehreren Wochenenden im März statt, beginnen in Santiago und enden in Vilagarcía de Arousa. Der Zug fährt durch einige der beeindruckendsten Landschaften der Atlantikküste und der Täler im Landesinneren.In der Hin- und Rückfahrkarte sind der Eintritt zu Landsitzen wie Pazo Quinteiro da Cruz, Pazo de Lourizán und Pazo de Rubiáns sowie Weinproben und Verkostungen typischer Produkte enthalten.Weitere Ideen und Anregungen finden Sie unter www.spain.info.