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Runzelkartoffeln mit Mojo-Sauce

Die Küche der Kanarischen Inseln

Kanarische Inseln

Kanarische Inseln

Die Kanarischen Inseln - mehr Sonne und Gastronomie

Häufig spricht man von den Kanarischen Inseln als den glücklichen Inseln", eine sehr treffende Bezeichnung, wenn man bedenkt, dass dort die Sonne beinahe das ganze Jahr über scheint, ihre einzigen Grenzen der Himmel und das Meer sind und man die Gelegenheit hat, alle Arten von Prachtexemplaren und Schmuckstücken zu bewundern, sowohl in ihrer Flora und Fauna als auch in ihrer Kultur, welche oftmals so von der der Iberischen Halbinsel abweicht.Vielleicht wäre es jedoch angebrachter, diejenigen als glücklich zu bezeichnen, die diese Inseln betreten - nicht nur wegen des Sonnenscheins, des Meeres, des Überflusses und der Vielfalt der Natur, sondern auch, weil sie das Glück haben, sich an einem Reichtum erfreuen zu können, der sich auch auf die lokale Küche erstreckt.

Die Einheimischen dieser Inseln sind edelmütige, freundliche und fröhliche Menschen mit tiefverwurzelten Bräuchen, was besonders in der Landesküche zu spüren ist. Die Tradition der kanarischen Ureinwohner, den Guanches, haben einfache, nahrhafte und äußerst leckere Gerichte hervorgebracht.

Schmackhaft und doch natürlich

Die kanarische Küche zeichnet sich durch ihre Einfachheit aus. So einfach, dass eine der Hauptzutaten, die in zahlreichen Gerichten auftritt, der berühmte 'Gofio' ist. Der Gofio wird aus gerösteten Weizen- oder Maiskörnern zubereitet und kann ein Hauptbestandteil des Frühstücks sein, aber auch verschiedene inseltypische Gerichte begleiten, oder sogar zu einer einheimischen Varietät des 'Turrón' verarbeitet werden.Der gleichen Natürlichkeit können sich die 'mojos' rühmen, die nichts anderes als jene Saucen sind (obwohl nicht alle Saucen), die die meisten Gerichte begleiten. Der 'mojo picón' (aus Paprika, Essig, Olivenöl, Knoblauch, Kümmel, Salz und Paprikapulver) und der 'mojo verde' (hauptsächlich aus Petersilie und Koriander bestehend und etwas milder im Geschmack) haben auf den Kanarischen Inseln den Stellenwert einer Institution inne. Es gibt jedoch noch viele andere Mojo-Saucen: der 'mojo cilantro' (mit Koriander); 'mojo de ajo', eine Knoblauchsauce; 'mojo de azafrán', mit Safran und ideal für Fischgerichte; der 'mojo de queso', aus Käse; aber auch der 'almogrote gomero', eine Schafskäse-Tomaten-Paste; oder für ganz besondere Anlässe der eigentümliche 'mojo palmero'.Die Kanarischen Inseln haben auf Grund ihrer geografischen Lage, nämlich auf der Rute nach Amerika, den Vorteil genossen, dass sich ihre Küche in der Vergangenheit mit all den Produkten aus Übersee bereicherte: Tomaten, Bananen und Kartoffeln, auch 'papas' genannt. Diese Knollenfrucht ist ohne Zweifel der Protagonist eines der berühmtesten Gerichte dieser Region: bei der Zubereitung der 'Papas arrugadas', werden kleine Kartoffel in sehr salzigem Wasser (am besten Meerwasser) gekocht und mit 'mojo verde' oder 'rojo' serviert.

Fisch und Mojo-Saucen

Auf einer Insel dürfen nie die Fischgerichte fehlen und die Kanaren sind hierbei keine Ausnahme. Der Fisch aus diesen Gewässern ist von besonders guter Qualität: hier gibt es cherne (Wrackbarsch), fula (Mönchsfisch), sama (Zahnbrasse), lubina (Wolfsbarsch), die sargos (Geiß- und Spitzbrasse), bogas (Goldstrieme), caballa (Makrele)... und vor allem die vieja, den Papageienfisch. Fisch wird hierzulande normalerweise in Salzkruste, im Rohr oder 'jareado', d.h. in der Sonne getrocknet und gewürzt, zubereitet; aus 'cazón' (Hundshai) wird ein typisches Gericht aus dieser Region bereitet, die 'Tollos'. Ein weiteres Fischgericht ist der 'Sancocho' (eingesalzener Fisch, am Vorabend gewässert, mit halbgeschälten Kartoffeln und Süßkartoffeln gekocht und dann mit 'mojo picón' oder 'mojo verde' serviert).Abgesehen vom Fisch dürfen in einem Archipel natürlich die Meeresfrüchte nicht fehlen. Von allen die typischste der Kanarischen Inseln, ist die 'lapa' (Schüsselschnecke), die in den Sommermonaten, normalerweise vom Grill, gegessen wird. Das gleiche gilt für den 'burgado' (Strandschnecke) oder die 'almeja' (Venusmuschel).Auf den Kanaren gibt es viele verschiedene Fleischsorten. Wenn sich die Möglichkeit bietet, sollte man unbedingt 'Conejo en salmorejo', Kaninchen in einer Brot-Tomaten-Tunke, probieren. Es stehen aber auch Zicklein oder Kalbfleisch zur Auswahl. Zum Abschluss sollte man sich von den einheimischen Süßspeisen verwöhnen lassen, wie zum Beispiel die 'Bienmesabes' (aus Honig und gemahlenen Mandeln), 'ñames' (Jamswurzel) oder 'truchas navideñas' (mit Süßkartoffel, Mandeln und Rosinen oder mit Kürbiskonfekt gefüllte Teigtaschen), 'quesadillas' (Käsekuchen) von der Insel El Hierro, 'Torta Vilana' aus La Gomera, Marzipan und Mandelgebäck aus Gran Canaria, 'rapaduras', ein Naschwerk aus Mandeln, Honig und Maismehl aus La Palma, und anderen Köstlichkeiten.

Das Obstparadies

Das subtropische Klima auf den Kanarischen Inseln, das sich von den Klimazonen auf der Iberischen Halbinsel unterscheidet, bietet sich besonders zum Anbau von Obstsorten an, die man durchaus als Tropenfrüchte bezeichnen kann. Nur die Banane zu erwähnen, obwohl sie der Spitzenvertreter der Inselprodukte ist, währe unfair. Es gibt noch viele andere Obstsorten. Papaya, 'melón-pera' (Melonenart), 'durazno' (Pfirsichart), Mango, Avokado oder Ananas sind einige der Früchte, die der Besucher auf seinem Streifzug über die Kanarischen Inseln finden kann.

Weihnachtsküche von den Kanaren

An einer Süßspeise kommt man nicht vorbei: den „Forellen“, eine Art mit Kürbis- oder Süßkartoffelmarmelade gefüllte Teigtaschen. Vor allem auf Teneriffa ist der Pudding „Frangollo“ sehr beliebt. Aber auch auf die kanarischen Ganzjahres-Klassiker wie die kleinen Pellkartoffeln „Papas arrugadas“ mit Mojo-Sauce, die herzhaften Käsesorten, die einzigartigen auf Vulkanerde gezogenen Weine und die ebenso leckeren wie vielfältigen tropischen Säfte brauchen Sie nicht zu verzichten.