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Niemeyer-Zentrum in Avilés

Avilés, Architektur im Wandel

Avilés

Asturias

Die kosmopolitische Achse des Niemeyer-Zentrums

Avilés (Asturien) hat die Stadt wieder als Lebensraum erobert. Diese Stadt in Nordspanien hat sich auf eine leidenschaftliche Affäre mit der Architektur eingelassen. Davon zeugen nicht zuletzt das Kulturzentrum Niemeyer und das Ufer der Flussmündung. Eine harmonische Stimmung zwischen Tradition und Avantgarde, lokaler Gastronomie und Autorenküche oder Fleckchen, die große Cineasten wie Woody Allen oder Kevin Spacey inspiriert haben sind nur einige der Gründe, warum Avilés die Besucher in seinen Bann zieht.

Vom Bergbau zur Bühnenkunst

Der Bau des Niemeyer-Kulturzentrums (2011) hat das ehemalige Industrieviertel von Avilés komplett umgekrempelt. Architektur, Musik, Kino, Theater, Tanz, Ausstellungen und Gastronomie haben die Moderne einziehen lassen, ohne der Geschichte den Rücken zu kehren, so dass ein angenehm harmonisches Gesamtbild entstanden ist. Die Flusslandschaft des renaturierten Meeresarms, der mit neuen Promenaden versehen wurde, lebt im friedlichen Miteinander mit dem modernen Kulturkomplex, den der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer Asturien vermacht hat. Das Kulturzentrum Niemeyer ist sein erstes und einziges Werk in Spanien und sein wichtigstes in Europa.

Das Niemeyer-Zentrum, Avilés

Eine Brücke zwischen den Kulturen

Niemeyer selbst definierte den fünfteiligen Bau als „einen Ort des Miteinanders, der Bildung, der Kultur und des Friedens“. Er umfasst ein Auditorium (dessen Bühne sich nach außen öffnen lässt), eine Kuppel, einen Turm, ein Mehrzweckgebäude und einen Platz, der sich zur Flussmündung öffnet und damit sinnbildlich für die Offenheit gegenüber den Besuchern und der Welt stehen soll. Zu dem Werk des Brasilianers gehört weiterhin ein Steg, der das moderne Kulturzentrum mit der Altstadt von Avilés verbindet. So gehen die Kurvenlinien des Niemeyer-Zentrums in wenigen Schritten in die schmucken Arkaden des Stadtzentrums über, das mit dem Plaza de España und Umgebung zum historischen Baumonument erklärt wurde und mittelalterliche Reste sowie die Stilrichtungen Romanik, Gotik, Barock und Jugendstil vorzuweisen hat.  

Das Niemeyer-Zentrum, Avilés

Geschmack nach Gestern und Heute

Nicht weniger attraktiv ist die Küche von Avilés. So kann man im Herzen der Stadt ebenso die traditionellen weißen Bohnen „Fabes“ mit Herzmuscheln wie auch gewagte kulinarische Kreationen aktueller Chefköche probieren. So trifft man nicht selten auf Lokale mit hundertjähriger Tradition wie Casa Tataguyo sowie auf moderne Gastrobars wie Ewan Food (an der Strandpromenade von Salinas). Auch ist Asturien eine gute Region, um sich den typisch spanischen Tapas hinzugeben. Dazu empfehlen wir einen guten, traditionell gekelterten Apfelwein, der hier „Sidra“ heißt und auf etwas andere Art eingeschenkt wird.

Bohneneintopf Fabada

Kino- und Bergbautradition

Trotzdem sie sich geringer Bekanntheit erfreut, darf sich Avilés zu Recht als Filmkulisse bezeichnen, denn Regisseure aller Zeiten waren hier zum Drehen zu Gast. „Vicky Cristina Barcelona“ von Woody Allen, „You're the One“ von José Luis Garci oder „El milagro de P. Tinto“ von Javier Fesser sind einige der jüngsten Produktionen. Die Gärten des Ferrera-Palasts aus dem 17. Jh., die heute zu einem Luxushotel gehören, wurden von Woody Allen zum Schauplatz gewählt; andere Cineasten ließen sich von der Kirche San Nicolás de Bari, dem Rathausplatz, dem Park am Kai oder dem Leuchtturm von Avilés inspirieren.Ein weiteres Identitätsmerkmal dieser Region im Norden Spaniens ist ihre Verbindung zum Bergbau. Darum führt ein lohnender Ausflug zum Bergbaumuseum in Arnao, das sich nur 7 km von Avilés entfernt an der Steilküste befindet. Es handelt sich um das älteste Steinkohlebergwerk der iberischen Halbinsel und um das einzige Unterwasserbergwerk ganz Europas. Avilés bedeutet zweifellos Tradition und Avantgarde zugleich. Vielleicht ist es genau diese einmalige Mischung, die die Stadt so attraktiv macht.

Gärten des Ferrera-Palasts
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