Sierra de Cutas, Ordesa

Die 13 spanischen Geoparks: Die großartige Natur offenbart uns die Geschichte der Erde

Wussten Sie, dass Spanien bei den Ländern mit den meisten UNESCO-Geoparks weltweit an zweiter Stelle liegt? Auf den ersten Blick sind Geoparks Naturräume mit außergewöhnlich schönen Landschaften. Doch ein Besuch enthüllt noch viel mehr: Berge, Felsformationen, Böden und vieles mehr offenbaren uns die Geschichte der Menschheit. Darum erkennt die UNESCO seit 2015 mit der Auszeichnung „Global Geopark“ ihren Wert an. Allein in Spanien befinden sich 13 dieser Naturräume.

Geopark Cabo de Gata – Níjar in Almería (Andalusien)

Ein Ort ohne Winterklima, mit Steilküsten und geheimen kleinen Buchten. Dieser Naturraum entstand durch den Zusammenstoß der tektonischen Platten Afrikas und Europas und seine Vulkanlandschaft beherbergt kleine Fischerdörfer mit weißen Häusern. Der Park kann auf Geländewagen-Routen, zu Pferd oder auf Wanderwegen erkundet werden. Das kristallklare Wasser an seiner Küste enthüllt einen tierreichen Meeresgrund und Vulkanformationen, die sich leicht beim Schnorcheln und Tauchen auf der Isleta del Moro erkunden lassen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, können Sie auch einen Bootsausflug an der Küste unternehmen, um unvergessliche Buchten zu entdecken. Mehr Info

Geopark Sierras Subbéticas in Córdoba (Andalusien)

Die Transformation dieses Gebiets mit erstaunlichen Kalksteinformationen geht im Wesentlichen auf das Wasser, d. h. auf Flüsse oder Quellen, zurück. Dieser Geopark ist ein Landstrich mit Olivenbäumen und vielen kleinen Bergdörfern mit weißen Häusern wie Zuheros, Cabra, Luque oder Doña Mencía. Er kann sehr gut mit dem Fahrrad auf einer der zahlreichen Routen wie der Vía Verde del Tren del Aceite erkundet werden. Wenn Sie lieber wandern, bieten sich der Wanderweg La Nava und der Weg an der Schlucht des Bailón an, die teilweise auch mit dem Auto befahrbar sind. Sie werden zahlreiche Höhlen wie die Fledermaushöhle Cueva de los Murciélagos (in Zuheros, mit geführten Besichtigungen) entdecken. Ein absolutes Muss ist der Ausblick vom Balcón de Andalucía (an der Wallfahrtskirche Nuestra Señora de la Sierra in der Sierra de Cabra). Mehr Info

Geopark Sobrarbe – Pyrenäen, Huesca (Aragonien)

Der Geopark der Pyrenäen bietet eine Route zum Ursprung der Berge, über die letzten spanischen Gletscher, durch ausgedehnte Höhlen zwischen schwindelerregenden Schluchten und Abgründenund sogar in die ehemalige Behausung des Höhlenbärs: die Bärenhöhle Cueva del Oso in Tella. Der Geopark verfügt über zahlreiche Wanderwege und MTB-Routen durch einzigartige Landschaften. Darüber hinaus gibt es einen Klettersteig am Sorrosal-Wasserfall und einen geomineralischen Rundgang durch die Bergwerke, die in dieser Gegend jahrelang in Betrieb waren. Weitere geologisch interessante Orte sind die Landschaft von Eripol (außerhalb gibt es einen Aussichtspunkt in der Nähe des Friedhofs, von dem aus die Auswirkung des Rückgangs des Meeres auf das Gebirge im Lauf der Jahrhunderte zu sehen ist) und der Gletscher des Monte Perdido (in Bielsa). Das Besucherzentrum befindet sich in Aínsa. Mehr Info.

Geopark an der Baskischen Küste, Gipuzkoa (Baskenland)

Eine über 60 Millionen alte Exponatsammlung unter freiem Himmel: So ist die Flysch-Route, der geologischen Hauptattraktion an der Baskischen Küste in den Gemeinden Zumaria, Deba und Mutriku. Es handelt sich um 13 Kilometer beeindruckender Klippen aus so genannten Flysch-Sedimentfelsen, die den Geologen zum Beispiel beim Studium wichtiger Meilensteine der Erdgeschichte wie dem Aussterben der Dinosaurier helfen. Am Strand Playa de Itzurun (Zumaia) ist der Flysch möglicherweise am besten zu sehen. Dort befindet sich auch das Interpretationszentrum. Hier werden Bootsausflüge angeboten, um die wunderbaren Klippen vom Meer aus zu bewundern. Verbringen Sie nach Möglichkeit den Sonnenuntergang auf dem Meer oder am Strand, denn dieser Augenblick ist unvergesslich. Durchqueren Sie den Geopark in Richtung Landesinnere, begegnen Sie grünen Tälern, Bergen und Höhlen mit Höhlenmalereien, die teilweise zum Welterbe erklärt wurden (wie die Höhle von Ekain). Mehr Info.

Geopark Sierra Norte de Sevilla, Andalusien

Hier sind die Spuren in der Landschaft 700 Millionen Jahre alt. Von einer der größten Ansammlung von Quallenfossilien bis hin zu Überresten, die auf eine Nahtstelle tektonischer Platten hinweisen (in Beja-Acebuches): Der Geopark Sierra Norte de Sevilla bietet verschiedene geologisch interessante Routen. Zudem können die Wasserfälle Cascadas de Huesna bzw. del Huéznar vom Naturdenkmal Cerro del Hierro aus über den Grünen Weg Vía Verde de la Sierra Norte de Sevilla zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden. Der Cerro de Hierro ist eine ehemalige Eisenmine mit beeindruckenden Felsformationen. Die Cascadas de Huesna bestehen aus einer Reihe von Wasserfällen mit natürlichen Becken. Auf der Strecke kann der Mönchsgeier und der iberische Kaiseradler gesichtet werden. Mehr Info.

Geopark Villuercas – Ibores – Jara, Cáceres (Extremadura)

Der Ursprung dieses Parks geht auf die Entstehung des Pangaea vor rund 300 Millionen Jahren zurück. Auf seiner höchsten Stelle, dem Steilfelsen La Villuerca, hat man einen ausgezeichneten Panoramablick auf den Geopark mit seiner Landschaft aus Gebirgsketten, Tälern und niedrigem Wildwuchs. Dichte Eichen- und Kastanienwälder bilden den Lebensraum von Vögeln wie Steinadlern, Wanderfalken, Gänsegeiern oder Uhus. Die geologisch interessantesten Stellen sind der Estrecho de la Peña Amarilla (in Alía), die Marmitas de Gigante des Ibor-Flusses (in Bohonal de Ibor) – durch die Erosion des Wassers entstandene Wasserbecken, in denen man bei schönem Wetter baden kann – oder die Wollsackverwitterung Berrocal de Peraleda de San Román (kegel- oder pilzförmige Felsformationen, darunter der riesige Berrocal de Cancho del Castillo). In der Nähe liegen das Jerte-Tal (bekannt für seine Kirschblüten im Frühjahr) und Guadalupe das berühmte, zum Welterbe erklärte Königliche Kloster Santa María de Guadalupe. Mehr Info.

Geopark Cataluña Central

Wussten Sie, dass das Zentrum Kataloniens einst ein großes abgegrenztes Salzwasserbecken war? Das war, als vor 36 Millionen Jahren die Pyrenäen entstanden. Das Wasser verdunstete und hinterließ eine wunderschöne Landschaft, die heute diesen Geopark prägt. Das Montserrat-Gebirge mit seinen eigentümlichen abgerundeten Felsen gehört zu seinen Wahrzeichen. Der Besuch der ganzen Umgebung, einschließlich des Klosters Santa María de Montserrat und mancher der Berghöhlen, ist äußerst empfehlenswert. In Moiá (Barcelona) wiederum können die Höhlen Cuevas de Toll mit ihren bedeutenden prähistorischen und paläontologischen Funden besichtigt werden. Um den Geopark auf ganz andere Weise zu erleben, schlagen wir die Route „El Vino del Geoparque“ durch die Weinkellereien mit Herkunftsbezeichnung Pla de Bages vor. Mehr Info.

Geopark Isla de El Hierro auf den Kanarischen Inseln

Die Landschaften von El Hierro sind bekannt für ihre Einzigartigkeit und Schönheit. Die Insel ist, wie alle Kanaren, vulkanischen Ursprungs und bietet eine Fülle von Lavaströmen, Tropfsteinen, vulkanischen Ablagerungen sowie Felsformationen von großem geologischen Interesse. Die Vulkanaktivität dauert noch heute an; tatsächlich brach 2011 ein Vulkan im Meer aus. Wenn Sie mehr über Vulkanismus erfahren möchten, ist das Interpretationszentrum des Parks in El Pinar eine gute Anlaufstelle. Um die Auswirkungen der Vulkantätigkeit auf die Landschaft zu entdecken, bieten sich die Aussichtspunkte Jinama, La Peña, Bascos und La Llanía an. Ob mit dem Auto oder mit dem Rad: Auf der Strecke von Valverde nach San Andrés lässt sich die ganze Vielfalt der Insellandschaften mit ländlichen Gebieten, Meerblick und steilen Klippen entdecken. In San Andrés können Sie einiges über die Legende des Garoé-Baums und über das Naturschauspiel des horizontalen Regens erfahren. Bei einem Besuch in La Dehesa können Sie dank der Sadebäume in unmöglichen Formen die Wirkung der Passatwinde in El Sabinar erleben. Mehr Info.

Geopark im Landkreis Molina de Aragón - Alto Tajo in Guadalajara (Castilla – La Mancha)

Einst warme Flüsse und Meere sind verantwortlich für die Verwandlung dieses Gebiets voller großer Schluchten, einzigartiger Bäume und geologisch interessanter Orte. Gute Beispiele sind die Fundstätte mit mehr als 430 Millionen Jahre alten Meereslebewesen (Graptolithen) in der Nähe von Checa oder der versteinerte Wald in der Sierra de Arangocillo. Für die Besichtigung dieses weitläufigen Geoparks, der sich über mehr als 4000 Quadratmeter erstreckt, stehen 11 gekennzeichnete Georouten und mehrere Interpretationszentren zur Verfügung. Besonders empfehlenswert sind die Aussichtspunkte mit einem unvergleichlichen Ausblick auf die Landschaft, die sich je nach Jahreszeit ändert. Die Schlucht Barranco de la Hoz ist stets eine gute Wahl. Im Herbst ist der Aussichtspunkt Mirador del Tajo am schönsten, wenn sich die zahlreichen Farbtöne am Flussufer bewundern lassen. Im Winter sind vom Mirador de Pellejero aus schneebedeckte Gipfel zu erkennen. Vom Mirador del Machorrillo wiederum hat man im Frühjahr einen guten Ausblick auf die Lagune von Taravilla. Mehr Info.

Der Geopark der Insel Lanzarote und die Inselgruppe Chinijo, Kanarische Inseln

Eine bergige, aus Feuer entstandene Insel und unglaubliche Landschaften vulkanischen Ursprungs. Der Nationalpark Timanfaya ist ein absolutes Muss, mit einer Wanderung auf dem Timanfaya-Vulkan undaußerordentlichen Erlebnissen wie einer über der Hitze des Vulkans zubereiteten Mahlzeit. Der Boden dort weist in der Tat zahlreiche thermische Anomalien auf und kann sich in manchen Gegenden bis zu 250 °C erhitzen, so dass man sehen kann, wie das Wasser aus den Geysiren herausschießt. Die Gemeinde Tinajo bietet eine Fülle von geologisch interessanten Besichtigungen wie den Vulkan El Cuervo, den bunten Berg Montaña Colorada oder die Caldera Blanca, die alle über einfache Wanderwege zu erreichen sind. Eine weitere faszinierende Landschaft ist La Geria, das Weinanbaugebiet, in dem sich die Bauern an die vulkanischen Besonderheiten des Bodens angepasst haben.

Der vulkanische Einfluss ist auf der ganzen Insel zu sehen, auch an der Küste mit Stränden wie El Papagayo (im Süden) oder in einzigartigen Naturräumen wie dem See Charco de los Clicos oder Lago Verde. Um sich ein umfassendes Bild von der Insel zu verschaffen, empfehlen wir, die Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus zu besuchen, in denen die vulkanische Natur der Insel und die Kunst von César Manrique nachhaltig integriert wurden. Mehr Info.

Geopark Las Loras in Burgos und Palencia (Castilla y León)

Ein schroffes Gelände mit steilen Erhebungen und der größten Ansammlung an romanischen Kirchen, Klöstern und Abteien in Europa. So lässt sich der Geopark Las Loras am treffendsten beschreiben. Seine zahlreichen Routen lassen sich mit dem Auto oder Mountainbike befahren oder zu Fuß bewandern. Besonders aufsehenerregende Landschaften sind die Schluchten des Ebro und des Rudrón (in der Gegend von Burgos) oder Las Tuerces (in Palencia), nahe der interessanten Höhle Cueva de los Franceses und des empfehlenswerten Aussichtspunkts Mirador de Valcabado. Darüber hinaus gibt es auf dem gesamten Gebiet präromanische Festungen, Dolmen aus der Jungsteinzeit und Fundstätten aus der Eisenzeit wie die Festungen Monte Bernorio, Peña Amaya, Peña Ulaña und Monte Cildá. Auch gibt es zahlreiche Wasserfälle, von denen viele leicht zu erreichen sind, wie der Wasserfall von Orbaneja del Castillo (Burgos) oder der von Covalagua (Palencia). Das Gebiet eignet sich ideal für Abenteuersportarten wie Klettern oder Canyoning. Mehr Info.

Geopark Conca de Tremp – Montsec, Lleida (Katalonien)

Dieser Naturraum wurde 2018 zum UNESCO Geopark erklärt und seine Felsen sind über 550 Millionen Jahre alt. Das Gebiet war einst vom Meer bedeckt; hier lebten die Dinosaurier fast bis zu ihrem Aussterben. Heute ist hier eine abwechslungsreiche, äußerst fotogene Landschaft zu bewundern, deren klarer Himmel zum Sternegucken eine besondere Erwähnung der Starlight-Stiftung erhielt. Eines der beliebtesten Fotomotive ist die Schlucht des Mont Rebei mit ihrem beeindruckenden, in den Fels gehauenen Weg, der bis zu 500 Meter über dem Fluss verläuft. Die bekannteste Route ist die so genannte Quinto Lago Route, die durch kleine mittelalterliche Dörfer wie Peramea, Beranui oder Les Esglesies führt und am Montcortés-See endet, der aus einer unterirdischen Quelle gespeist wird. Eine andere gute Option, um die landschaftliche Vielfalt zu erkunden, ist der Tren de los lagos, ein Oldtimer-Tourismuszug von Lleida nach La Pobla de Segur mit den Pyrenäen im Hintergrund. Auf dem Gebiet des Geoparks wurden zahlreiche Fossilien und Spuren von Dinosauriern gefunden. Im Interpretationszentrum Dinosfera in Coll de Nargó können Sie darüber noch viel mehr erfahren. Mehr Info.

Geopark Las Montañas do Courel, Lugo (Galicien)

Hier offenbart die Landschaft die Evolution der letzten 500 Millionen Jahre und die enge Beziehung zur Tätigkeit des Menschen. Bereits die Römer betrieben hier zahlreiche Bergwerke, und Schiefer war von der Jungsteinzeit bis vor Kurzem ein Wirtschaftsfaktor. Die UNESCO erklärte die Sierra do Courel im April 2019 zum Geopark und unterstrich die Erhaltung ihrer mittelalterlichen Dörfer und Klöster sowie die Schönheit ihrer durch die Erosion entstandenen Schluchten und Täler. Der Geopark erstreckt sich über die Gemeinden Quiroga, Folgoso do Courel und Ribas de Sil in der Provinz Lugo. Weitere Hauptattraktionen ist die Flora, darunter vor allem die Orchideen (im Mai werden Führungen veranstaltet, um sie in voller Blüte zu sehen). Mehr Info.

Informationen zum Downloaden

Im offiziellen Reiseführerfinden Sie ausführliche Informationen über alle Geoparks.



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