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Alcalá de Henares

Welterbe
Madrid

Autonome Region: Madrid

Provinz / Insel: Madrid

Die einstige römische "Complutum" und muslimische "Al-kala-en-Nahr" erreichte ihre Glanzzeiten nach der Gründung der "Universitas Complutensis" seitens des Kardinals Cisneros (15. Jhdt.). Ab diesem Zeitpunkt wuchs die Stadt zu einem Kulturzentrum heran, welches zahlreiche Gelehrte in seinen Bann zog und die Gründung einer Vielzahl von Klöstern hervorrief, denn man darf nicht vergessen, dass die Bildung zu jenen Zeiten in den Händen der Kirche lag.

Ein Teil des sich innerhalb der Stadtmauern befindlichen Bereichs von Alcalá de Henares erstreckt sich rund um den erzbischöflichen Palast, welcher von den im Freilichtmuseum für Bildhauerei ausgestellten Werken verschiedener Künstler umgeben ist. Die Errichtung des Palasts wurde im 13. Jahrhundert in Angriff genommen, ein Zeitalter, aus welchem der Tenorio-Festungsturm erhalten ist. Die Hauptfassade stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist ein Werk Alonso de Covarrubias. Der Innenhof ist jedes Jahr im November Schauplatz der traditionellen Darbietung von "Don Juan", einem Meisterwerk des Goldenen Zeitalters Spaniens.

In der unmittelbaren Umgebung des erzbischöflichen Palasts befindet sich das San Bernardo-Kloster und das Madre de Dios-Kloster, in welchem gegenwärtig das Museum für Archäologie der Gemeinde Madrid untergebracht ist.

Die Kathedrale

Auf dem Weg zur Catedral de los Santos Niños Justo y Pastor erhebt sich das Oratorium San Felipe Neri, die einzige noch in Alcalá vorhandene männlichen Glaubensgemeinschaft. Der einfach gehaltene Innenbereich seiner Kirche ist mit Schnitzwerken von Gregorio Fernández und Pedro de Mena, den berühmten Heiligenbildkünstlern aus der Barockzeit, verziert. Die Bestände der Bibliothek umfassen über 8.000 Werke, unter welchen die Inkunabeln hervorzuheben sind.

Die Kathedrale ist ein gotisches Bauwerk, an welches im 17. Jahrhundert ein Turm im Herrerastil angebaut wurde, dessen Glockenturm, wie auch zahlreiche andere Türme Alcalás, ein beliebter Nistplatz für Störche ist. Die auf einem offenen Platz gelegene Fassade dieser Heiligen Kirche dient überdies als Bühnendekoration der "Don Juan"-Aufführung zu Allerheiligen.

Die Bogengänge der Calle Mayor geleiten uns zum Cervantes-Museum und Wohnhaus. Hierbei handelt es sich um ein typisch kastilisches Gebäude mit Innenhof und rund um diesen angelegten Räumlichkeiten. Das Mobiliar und die Utensilien aus jener Epoche veranschaulichen das Leben des 17. Jahrhunderts. Interessant ist überdies die Sammlung verschiedener Materialien rund um sein Schaffen, wie alte Ausgaben von "Don Quijote" sowie zahlreiche Übersetzungen.

Weitere interessante Bauten der Stadt befinden sich in der Nachbarschaft der Plaza de Cervantes und der Alten Universität. Auf diesem Platz erhebt sich das Teatro de Cervantes, ein bedeutender "Corral de Comedias" (Freilufttheater in einem Innenhof), in welchem Werke von Lope de Vega und Calderón de la Barca, welche beide hier studierten, aufgeführt wurden. Dieses Gebäude weist noch manche Elemente aus jenem Zeitalter auf, obwohl es jedoch heute eher den unter der Herrschaft von Carlos III. errichteten öffentlichen Gebäuden ähnelt und dem Geschmack der späteren Romantik entspricht. In diesem Umfeld treffen wir überdies auf das Rathaus, die Oidor-Kapelle, das Colegio de Málaga (Hochschulgebäude) und das Santa Úrsula-Kloster.

Die Universität

Eines der ausschlaggebendsten Gebäude Alcalá de Henares ist ihre Universität, das vom Kardinal Cisneros gegründete Colegio de San Ildefonso, in deren Innenbereich Hörsäle des Originalbaus erhalten sind. Die heutige Fassade im Platereskenstil stammt aus dem 16. Jahrhundert, wohingegen wir innen auf wunderschöne Kreuzgänge und Innenhöfe aus der Renaissance und dem Barock treffen. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Hochschulgebäude Colegio de San Pedro y San Pablo, welches hinsichtlich des Stils sehr einfach gehalten und aus Backsteinen gefertigt ist.

Die ehemalige Schule Colegio Menor de San Jerónimo beherbergt die Hostería de Alcalá de Henares, einen zum Netz der staatlichen Parador-Hotels gehöriger Beherbergungsbetrieb. Der bedeutendste Bestandteil dieses Baus ist der Patio Trilingüe (Dreisprachiger Innenhof), welcher diesen Namen erhielt, da in dieser Schule auf Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet wurde. Dieses aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude im Renaissance- und Mudéjarstil ist mit einer prachtvollen Gartenanlage, einem Brunnen und einem mit Säulen versehenen Innenhof ausgestattet. Die typischen "fogones" (eine Art Grillrestaurant) bieten uns die Gelegenheit verschiedene Gerichte der kastilischen Küche, wie die Knoblauchsuppe, den typischen Madrider Eintopf oder Geschmortes, zu verkosten. Und zum Nachtisch: Schokolade mit gerösteten Brotwürfeln.

Sehenswert ist überdies die einstige Königsschule, Colegio del Rey, in welcher die Kinder der Bediensteten der Könige unterrichtet wurden. Gegenwärtig ist hier das Instituto Cervantes untergebracht, eine dem Schutz und der Verbreitung der spanischen Sprache gewidmete Institution. Gleich daneben sehen wir die Jesuitenkirche, heute Santa María-Kirche, sowie die zugehörige Schule, welche jetzt Sitz der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist. Es handelt sich um einer der zahlreichen historischen Gebäude dieser Stadt, welche gegenwärtig der Universität angehören, da Alcalá de Henares auch heute noch eine bedeutende Universitätsstadt repräsentiert.

Für eine Entdeckungsreise durch die gesamte Provinz Madrid stehen uns verschiedene Routen zur Verfügung. In der Hauptstadt können wir die Geschichte von Madrid unter den Habsburgern und Bourbonen kennenlernen oder den Prado, das Thyssen- oder das Reina Sofía-Museum sowie die typischen Stadtviertel Lavapies oder Chamberí besichtigen, wobei auch die Modehäuser des Stadtteils Salamanca einen gewissen Anreiz darstellen. Weitere zwei zum Weltkulturerbe erhobene Prachtstücke der Hauptstadt sind Aranjuez und das Kloster El Escorial. Die Gärten und Paläste von Aranjuez gesellen sich zu einem interessanten Stadtkern, in welchem der Fluss, der Wald sowie die urbanistische Gestaltung als Veranschaulichung für eine rationalistische Stadt dienen. Das auf Anordnung Felipe II. im Gebirge Sierra de Guadarrama errichtete El Escorial, ein Werk Juan de Herreras, verkörpert eines der bedeutendsten Denkmäler der Gemeinde Madrid. Die Burg von Manzanares el Real sowie die Plaza Mayor von Chichón sind weitere sehenswerte Bauten der Ortschaften dieser Gegend.

Beenden

Diese Ortschaft der Provinz Madrid, Wiege des berühmten Miguel de Cervantes, dem Autor von "Don Quijote", sowie einer der angesehensten Universitäten Spaniens wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Ihr reichhaltiges Denkmalerbe, welches sich aus Kirchen, Klöstern und Universitätsgebäuden zusammensetzt, bringt uns das Leben Kastiliens im Goldenen Zeitalter Spaniens näher. Der Altstadtkern verfügt überdies über die Gaststätte "El Mesón del Estudiante", welche zum Netz der staatlichen Parador-Hotels gehört. Über vierhundert Jahre alte geschichtsträchtige Gemäuer stellen den perfekten Rahmen für eine Verkostung der besten Spezialitäten der lokalen Gastronomie dar. Weiterlese

Die einstige römische "Complutum" und muslimische "Al-kala-en-Nahr" erreichte ihre Glanzzeiten nach der Gründung der "Universitas Complutensis" seitens des Kardinals Cisneros (15. Jhdt.). Ab diesem Zeitpunkt wuchs die Stadt zu einem Kulturzentrum heran, welches zahlreiche Gelehrte in seinen Bann zog und die Gründung einer Vielzahl von Klöstern hervorrief, denn man darf nicht vergessen, dass die Bildung zu jenen Zeiten in den Händen der Kirche lag.

Ein Teil des sich innerhalb der Stadtmauern befindlichen Bereichs von Alcalá de Henares erstreckt sich rund um den erzbischöflichen Palast, welcher von den im Freilichtmuseum für Bildhauerei ausgestellten Werken verschiedener Künstler umgeben ist. Die Errichtung des Palasts wurde im 13. Jahrhundert in Angriff genommen, ein Zeitalter, aus welchem der Tenorio-Festungsturm erhalten ist. Die Hauptfassade stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist ein Werk Alonso de Covarrubias. Der Innenhof ist jedes Jahr im November Schauplatz der traditionellen Darbietung von "Don Juan", einem Meisterwerk des Goldenen Zeitalters Spaniens.

In der unmittelbaren Umgebung des erzbischöflichen Palasts befindet sich das San Bernardo-Kloster und das Madre de Dios-Kloster, in welchem gegenwärtig das Museum für Archäologie der Gemeinde Madrid untergebracht ist.

Die Kathedrale

Auf dem Weg zur Catedral de los Santos Niños Justo y Pastor erhebt sich das Oratorium San Felipe Neri, die einzige noch in Alcalá vorhandene männlichen Glaubensgemeinschaft. Der einfach gehaltene Innenbereich seiner Kirche ist mit Schnitzwerken von Gregorio Fernández und Pedro de Mena, den berühmten Heiligenbildkünstlern aus der Barockzeit, verziert. Die Bestände der Bibliothek umfassen über 8.000 Werke, unter welchen die Inkunabeln hervorzuheben sind.

Die Kathedrale ist ein gotisches Bauwerk, an welches im 17. Jahrhundert ein Turm im Herrerastil angebaut wurde, dessen Glockenturm, wie auch zahlreiche andere Türme Alcalás, ein beliebter Nistplatz für Störche ist. Die auf einem offenen Platz gelegene Fassade dieser Heiligen Kirche dient überdies als Bühnendekoration der "Don Juan"-Aufführung zu Allerheiligen.

Die Bogengänge der Calle Mayor geleiten uns zum Cervantes-Museum und Wohnhaus. Hierbei handelt es sich um ein typisch kastilisches Gebäude mit Innenhof und rund um diesen angelegten Räumlichkeiten. Das Mobiliar und die Utensilien aus jener Epoche veranschaulichen das Leben des 17. Jahrhunderts. Interessant ist überdies die Sammlung verschiedener Materialien rund um sein Schaffen, wie alte Ausgaben von "Don Quijote" sowie zahlreiche Übersetzungen.

Weitere interessante Bauten der Stadt befinden sich in der Nachbarschaft der Plaza de Cervantes und der Alten Universität. Auf diesem Platz erhebt sich das Teatro de Cervantes, ein bedeutender "Corral de Comedias" (Freilufttheater in einem Innenhof), in welchem Werke von Lope de Vega und Calderón de la Barca, welche beide hier studierten, aufgeführt wurden. Dieses Gebäude weist noch manche Elemente aus jenem Zeitalter auf, obwohl es jedoch heute eher den unter der Herrschaft von Carlos III. errichteten öffentlichen Gebäuden ähnelt und dem Geschmack der späteren Romantik entspricht. In diesem Umfeld treffen wir überdies auf das Rathaus, die Oidor-Kapelle, das Colegio de Málaga (Hochschulgebäude) und das Santa Úrsula-Kloster.

Die Universität

Eines der ausschlaggebendsten Gebäude Alcalá de Henares ist ihre Universität, das vom Kardinal Cisneros gegründete Colegio de San Ildefonso, in deren Innenbereich Hörsäle des Originalbaus erhalten sind. Die heutige Fassade im Platereskenstil stammt aus dem 16. Jahrhundert, wohingegen wir innen auf wunderschöne Kreuzgänge und Innenhöfe aus der Renaissance und dem Barock treffen. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Hochschulgebäude Colegio de San Pedro y San Pablo, welches hinsichtlich des Stils sehr einfach gehalten und aus Backsteinen gefertigt ist.

Die ehemalige Schule Colegio Menor de San Jerónimo beherbergt die Hostería de Alcalá de Henares, einen zum Netz der staatlichen Parador-Hotels gehöriger Beherbergungsbetrieb. Der bedeutendste Bestandteil dieses Baus ist der Patio Trilingüe (Dreisprachiger Innenhof), welcher diesen Namen erhielt, da in dieser Schule auf Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet wurde. Dieses aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude im Renaissance- und Mudéjarstil ist mit einer prachtvollen Gartenanlage, einem Brunnen und einem mit Säulen versehenen Innenhof ausgestattet. Die typischen "fogones" (eine Art Grillrestaurant) bieten uns die Gelegenheit verschiedene Gerichte der kastilischen Küche, wie die Knoblauchsuppe, den typischen Madrider Eintopf oder Geschmortes, zu verkosten. Und zum Nachtisch: Schokolade mit gerösteten Brotwürfeln.

Sehenswert ist überdies die einstige Königsschule, Colegio del Rey, in welcher die Kinder der Bediensteten der Könige unterrichtet wurden. Gegenwärtig ist hier das Instituto Cervantes untergebracht, eine dem Schutz und der Verbreitung der spanischen Sprache gewidmete Institution. Gleich daneben sehen wir die Jesuitenkirche, heute Santa María-Kirche, sowie die zugehörige Schule, welche jetzt Sitz der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist. Es handelt sich um einer der zahlreichen historischen Gebäude dieser Stadt, welche gegenwärtig der Universität angehören, da Alcalá de Henares auch heute noch eine bedeutende Universitätsstadt repräsentiert.

Für eine Entdeckungsreise durch die gesamte Provinz Madrid stehen uns verschiedene Routen zur Verfügung. In der Hauptstadt können wir die Geschichte von Madrid unter den Habsburgern und Bourbonen kennenlernen oder den Prado, das Thyssen- oder das Reina Sofía-Museum sowie die typischen Stadtviertel Lavapies oder Chamberí besichtigen, wobei auch die Modehäuser des Stadtteils Salamanca einen gewissen Anreiz darstellen. Weitere zwei zum Weltkulturerbe erhobene Prachtstücke der Hauptstadt sind Aranjuez und das Kloster El Escorial. Die Gärten und Paläste von Aranjuez gesellen sich zu einem interessanten Stadtkern, in welchem der Fluss, der Wald sowie die urbanistische Gestaltung als Veranschaulichung für eine rationalistische Stadt dienen. Das auf Anordnung Felipe II. im Gebirge Sierra de Guadarrama errichtete El Escorial, ein Werk Juan de Herreras, verkörpert eines der bedeutendsten Denkmäler der Gemeinde Madrid. Die Burg von Manzanares el Real sowie die Plaza Mayor von Chichón sind weitere sehenswerte Bauten der Ortschaften dieser Gegend.

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