Barcelona


Der Park Güell: die Architektur der Natur




Lage

Barcelona


Der Park Güell scheint wie aus einem Märchen entsprungen. Er ist ebenso eigentümlich wie traumhaft, auf jeden Fall jedoch wunderschön. Bei einem Spaziergang durch den Park werden längst vergessene Vorstellungen wachgerufen. Die eigenartigen Formen und die gewagten, mit der Vegetation gemischten Farbkombinationen schaffen eine Alternativwelt, die den Besucher unweigerlich in ihren Bann zieht.

In allen Winkeln ist die Bewunderung des Architekten für die Formen der Natur zu spüren. Gaudí wollte den Eingriff des Menschen in dieser Welt als Ergänzung der Natur verstanden wissen. Dies ist ihm ohne Zweifel gelungen. Immer wieder tauchen Schnecken, Pilze, Blätter, Blumen, Baumstämme oder Elefanten in den Mosaiken und architektonischen Formen auf. Selbst der Kaminabzug des Wärterhauses hat die Form eines umgekehrten Pilzes.

Antoni Gaudí steht wie kaum ein anderer für eine Architektur, die ihrer Zeit voraus war und damals unverstanden blieb. Es ist zum großen Teil dem Grafen und mächtigen sowie vorausblickenden Industriellen Eusebi Güell und seiner Liebe für die Schönen Künste zu verdanken, dass Gaudí seine eifrigen Gedanken umsetzen konnte. Die erste Idee für den Park Güell kam 1900 auf, als Eusebi Güell einen Hang des Carmel-Bergs kaufte, der damals außerhalb von Barcelona lag, um dort eine Wohnsiedlung zu errichten, die er Gaudí in Auftrag gab. Dabei sollte das englische Modell der Gartenstadt (daher auch die Originalbezeichnung „Park“) mit nur einigen Dutzend Wohnhäusern in einer idyllischen Umgebung für wohlhabende Käufer, die der überfüllten, ungesunden Stadt entfliehen wollten, nachgeahmt werden. So wurden 3 km Wege, ein Platz, eine Freitreppe, der Pavillon der Aufseher und sogar ein Modellhaus, um potentielle Kunden zu überzeugen, angelegt. Vierzehn Jahre später erwies sich das Projekt als finanzieller Misserfolg und wurde aufgegeben. Eusebi Güell starb in seinem Haus im Park Güell, und seine Erben boten den Park der Stadt an, die ihn 1922 kaufte und 1926 als Stadtpark eröffnete.

Der Feen-Wald

Am Eintritt zum Park stößt man auf ein kleines Häuschen, das gleich darauf hinweist, dass wir uns in eine Märchenwelt begeben. Es war die Unterkunft der Parkwächter und dient heute als Empfang für die Besucher. Von hier führt eine Freitreppe in das Gelände, auf der eines der Aushängeschilder des Park Güell und ganz Barcelonas steht: der berühmte bunte Drachen, der von kleinen, farbenfrohen Kachelstückchen bedeckt ist. Diese für das Werk Gaudís charakteristische Technik ist im gesamten Park zu finden und wird als Trencadís bezeichnet. Bei ihr werden unregelmäßige Stückchen aus Kacheln und anderen Materialien als Verkleidung genutzt. Die eingesetzten Scherben stammen von absichtlich zerbrochenen Stücken und den Resten anderer Bauten. Viele dieser Trencadís-Verkleidungen stammen von Josep Maria Jujol, einem begabten Schüler und Gehilfen Gaudís.

Am Ende der Treppe gelangt man in das Hypostyl, einen Steinwald aus 86 Säulen, der ursprünglich als Markt gedacht war, damit die Besitzer sich für ihre Einkäufe nicht in die Stadt begeben zu bräuchten. Direkt darüber befindet sich der große Platz mit herrlicher Aussicht über Barcelona. Sein gesamter Umfang wird von einer gewundenen Bank abgegrenzt, die mit Trencadís verkleidet ist. Aber nicht nur die Bank schlängelt sich: Auch die Wege durch den Park und die Lauben und Übergänge verlaufen nach dem Vorbild der Natur unregelmäßig.

Gaudí selbst zog 1906 zusammen mit seinem Vater und seiner Nichte in das Modellhaus und lebte hier bis 1926, als er seinen Sitz in die Keller seines Lebenswerkes verlegte, die Sagrada Familia. Heute ist in diesem Haus das Gaudí-Museum untergebracht, in dem von ihm geschaffene Möbel sowie Modelle, Zeichnungen und weitere interessante persönliche Gegenstände zu bestaunen sind.

Als Gaudí seinen Architektenabschluss machte, erklärte der Direktor der Architekturschule in Barcelona, Elies Rogent: „Wir haben entweder einem Verrückten oder einem Genie einen Abschluss verliehen, das wird sich mit der Zeit zeigen“. Die Zeit hat sicherlich der zweiten Alternative Recht gegeben, wovon nicht zuletzt der 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Park Güell zeugt.



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