Kochen als Kunst, die die Sinne betört. So versteht man die Gastronomie in Spanien. Ein kulinarisches Fünf-Sterne-Angebot, was Geschmack, Präsentation, Aroma, Textur, Farbe usw. angeht. Die Kreationen von Chefs wie Adrià, Arzak, Berasategui, Ruscalleda, Santamaría, Subijana und Roca haben Spanien an die Spitze der internationalen Haute Cuisine katapultiert.
Die neuen spanischen Gastwirte sind Künstler am Herd, und das spiegelt sich in ihrem enormen internationalen Renommee wider. Wenn das „El Bulli“ von Ferrán Adrià seinerzeit von der bekannten Zeitschrift „Restaurant Magazine“ fünfmal hintereinander zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde, sind heute drei spanische Restaurants unter den ersten zehn („El Celler de Can Roca“ auf dem 2., „Mugaritz“ auf dem 3. und „Arzak“ auf dem 8. Platz), und insgesamt fünf Restaurants besitzen die höchste Auszeichnung des einflussreichen Michelin-Führers.
Die Arbeit dieser neuen Künstler am Herd zeichnet sich durch ihre Originalität und Innovation aus und vereinbart immer die traditionelle mediterrane Küche mit kreativen Ansätzen. Die neue Kochkunst hat in der Kultur Spaniens einen derart hohen Stellenwert, dass der Koch José Andrés 2010 mit dem spanischen Orden der Künste und der Literatur ausgezeichnet wurde.
Internationale Anerkennung
Viele der spanischen Restaurants zeichnen sich durch ihre Qualität und Kreativität aus. Landesweit gibt es etwa 150 Lokale mit einem oder mehreren Michelin-Sternen.Fünf davon erhielten die höchstmögliche Auszeichnung, zwei davon in Katalonien und drei im Baskenland.
In Katalonien sind dies die Restaurants „Celler Can Roca“ und „Sant Pau“ in der Provinz Girona. Im „Celler de Can Roca“ in der Stadt Girona setzen die Brüder Roca auf kulinarische Kreativität zur Vermittlung von Erlebnissen. Carme Ruscalleda bietet in ihrem Restaurant „Sant Pau“ mit Blick aufs Meer in Sant Pol de Mar eine moderne Neuinterpretation der traditionellen Gastronomie Kataloniens.
Auch im Baskenland gibt es drei einzigartige Lokale, in denen man baskische Autorenküche genießen kann: Das „Akelarre“ und das „Arzak“ in San Sebastián und das „Martín Berasategui“ in Lasarte (Guipúzcoa). Im „Akelarre“ von Pedro Subijana kommen alle Sinne auf ihre Kosten, und zudem genießt man wundervolle Ausblicke. Das Restaurante von José María Arzak war das erste, das in Spanien mit drei Michelinsternen ausgezeichnet wurde (1989). Aber auch Martín Berasategui gehört zu den ganz Großen der modernen baskischen Küche.
Viele weitere Restaurants haben sich international einen hervorragenden Ruf erworben. Dazu zählen „Atrio“ in Cáceres, „Azurmendi“ in Larrabetzu (Biskaya), „Calima“ in Marbella (Málaga), „Casa Marcial“ in La Salgar (Asturien), „Lasarte“ in Barcelona, „Can Fabes“ in Sant Celoni, „Les Cols“ in Olot und „Miramar“ in Llança (beide in Girona), „Quique Dacosta“ in Denia (Alicante) und „Ramón Freixa“, „Santceloni“, „Sergi Arola Gastro“„La Terraza del Casino“, „Diverxo“ und „El Club Allard“ in Madrid.
Das El Bulli der Zukunft
Ferrán Adrià ist jahrelang das Aushängeschild der spanischen Hochküche gewesen und sein Restaurant „El Bulli“ wurde von vielen als das beste der ganzen Welt betrachtet. Doch seit Juli 2011 schloss das Haus seine Tore, um ein neues Großprojekt in Angriff zu nehmen: die „El Bulli Foundation“. Ziel dieser Stiftung ist es, ein Zentrum für gastronomische Kreativität zu sein, wo neue Kochkonzepte entstehen und auf internationaler Ebene ausgetauscht werden sollen.
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